Chilis selber anbauen in Salzburg

Chilis selber anbauen macht unheimlich viel Freude. Die Chili-Pflanze ist nicht nur wunderschön, ihre Früchte schmecken auch noch köstlich und sind auch noch gesund!

Chilis sind eigentlich wahre „Südländer“ aber auch bei uns im Raum Salzburg gedeihen sie sowohl in der Wohnung als auch auf Balkon oder Terrasse hervorragend, wenn man einige Tipps und Tricks beachtet. Wie es mir und meinem Freund Tristan mit unseren ersten Versuchen Chilis zu züchten in unserem Zuhause in Rif (zwischen Salzburg und Hallein) ergangen ist, erzähle ich hier. Ich habe natürlich auch einige Tipps und Tricks rund ums Chili-Züchten sowie interessante Links für dich gesammelt.

Lass mich bitte wissen, wenn du etwas ergänzen oder auch korrigieren möchtest, ich bin ja noch am lernen und freue mich daher sehr über dein Feedback!

Bevor es richtig losgeht – Chili-Checkliste:

Im ersten Jahr 2016 haben wir ich sehr intuitiv einfach angefangen: Anzuchtschale gekauft, später Töpfe und einfach drauflos gelegt. Es gibt unzählige Online-Shops im deutschsprachigen Raum, die Chilisamen, Anbauutensilien und Produkte verkaufen. Wie du vielleicht in Über Chiliconnection schon gelesen hast, habe ich meine ersten Chilisamen in Finnland von Rauno geschenkt bekommen. Daher habe ich mit Chilisamen aus einem Onlineshop noch keine Erfahrungeng gemacht.

Du kannst natürlich auch Samen in einem Online-Shop kaufen ODER ABER du nützt die Chili-Tauschbörse auf Facebook 😉

Ich habe dir hier einige Onlinshops aufgelistet:

http://www.mopeppers.at/Saatgut
https://www.pepperworldhotshop.de/samen/chili-samen/
www.scharfundlecker.de/SamenOnlineshop    
https://www.chili-shop24.de/chili-zucht/chili-samen/

Da ich noch nie Chili-Samen im Internet bestellt habe, würde ich mich über dein Feedback zu den einzelnen Shops freuen!

Aber bevor ich hier zuweit aushole – lass uns zurück zum Anfang gehen. Was wird zum Chilizüchten benötigt? Hier habe ich dir eine kleine Chili-Checkliste zusammengestellt:

4 kleine Dinge für dein Chili-Glück:

  1. eine Anzuchtschale oder noch besser: eine Zimmer-Gewächshaus zum Beispiel aus dem Baumarkt oder einem Growshop
  2. Erde oder Anzuchtspads
  3. Namenskärtchen oder Beschriftungsstäbchen
  4. und natürlich Samen

Auch gibt es verschiedene Anzuchtsets mit Hydrokultur und Steinwolle. Seit einiger Zeit sind auch verschiedene Modelle mit integrierter Gewächslampe bei einem schwedischen Möbelhaus erhältlich ;-).

Da ich noch nie Chili-Samen im Internet bestellt habe, würde ich mich über dein Feedback zu den einzelnen Shops freuen!

Chilis selber anbauen ist wirklich nicht schwer. Probier es doch einfach aus!

 

Der richtige Zeitpunkt für die Chili-Aussaat

Als wahre Südländer brauchen Chilis für ein gutes Wachstum insbesondere Licht und Wärme. Daher solltest du Chilis in deiner Wohnung erst ansetzten, wenn auch eine sonnige Periode zu erwarten ist. AUSSER natürlich du hast eine Gewächs- oder Natriumdampflampe, dann kannst du jederzeit mit der Chilizucht beginnen!

Keimtest

Um zu sehen, ob die ausgewählten Samen auch tatsächlich austreiben, kannst du dies vorher mittels Keimtest ausprobieren: von jeder Sorte ca. 3 Samen auf eine feuchte Küchenrolle legen – am besten in der Nähe einer Heizung – und abwarten. Beachte, dass die Kerne immer schon feucht gehalten werden. Nach 3- 10 Tagen sollten die Kleinen dann anfangen zu keimen. Dieser Test empfiehlt sich vor allem dann, wenn du nicht weißt wie alt die Samen sind oder von welcher Qualität. Je älter die Samen sind, desto weniger potent können sie sein. 14 Tage solltest du dich aber gedulden bevor du das Handtuch wirfst. Wenn sich dann aber nichts tut, dann wird’s wohl nix mehr. Du musst aber nicht traurig sein, wenn manche Samen nicht sprießen, 100% aller Chilikerne treiben so gut wie nie aus.

Vorkeimen

Chilis haben eine unterschiedlich lange Reifezeit, das solltest du vor allem bei unseren Gefilden beachten. Es wäre ja schade, wenn du nicht in den Genuss einer vollen Ernte kommen würdest. Hast du  Platz in deiner Wohnung keinen Platz, um deinen Chilis den „Sommer“ noch etwas zu verlängern, solltest du zeitig anfangen.

TIPP: Um das Keimen zu beschleunigen und auch um eventuelle Krankheiten vorzubeugen, kannst du die Samen auch für einige Stunden (10-20h) oder über Nacht in Kamillen- oder Thymiantee vorquellen lassen. Ich selbst habe das Vorkeimen noch nicht ausprobiert, da fast alle Samen mit etwas Geduld auch ohne diese Prozedur gekeimt sind. Zum Thema Vorkeimen findest du Im Blog von Pepperworld noch weiter Ideen: http://pepperworld.com/das-geheimnis-samen-keimen-zu-lassen/      

Hast du noch einen Tipp? Schreib mir! 

Anzuchtpads oder -Erde?

Für die Anzucht habe ich Torf-Quelltöpfchen,- oder Pad im Mini-Gewächshaus verwendet. Diese bekommst du in jedem Bauhaus oder in diversen Online-Shops und natürlich auch in Gärtnereinen. Gerade für Neulinge finde ich diese sehr praktisch, da die Anzuchtpads bereits alles, was die Samen und Stecklinge benötigen, enthalten. Du musst dich also nicht mit pH-Wert oder den richtigem Nährstoff-Mix auseinandersetzten. Außerdem gibt es auch Heizmatten, die du unter dein Mini-Gewächshaus legen kannst, dann ist eine gleichmäßige Wärme garantiert. Bei mir hat’s super funktionier!

Einfach die Pads mit etwas Regenwasser oder geschmolzenen Schnee  gießen und diese gehen auf udn umschließen den Chili-Samen. Die Torf-Quelltöpfchen bieten ausreichend Platz für ein schönes Wachstum der Pflanze und Wurzeln.

Eine einfache und auch platzsparende Alternative zum Mini-Anzuchtshäuschen sind Joghurtbecher gefüllt mit Anzuchterde. Hier kannst du mehrere Samen pro Becher einsetzten. Wichtig dabei ist, dass die Becher keimfrei sind und die Erde und nicht bereits mit Dünger vollgepackt ist. Solltest du Anzuchterde verwendest, kannst du diese zusätzlich in der der Mikrowelle sterilisieren. Einfach die Erde in ein Mikrowellengeeignetes Gefäß  geben, einen Teller/Deckel locker darauf geben und bei 800 W für 5 Minuten erhitzen. Laut http://www.chili-farm.de/ haben so Milben oder Trauermücken und auch Schimmelsporen keine Chance! Bevor du die Erde weiter verwendet wird, abkühlen lassen nicht vergessen 😉

Wieviele Samen pro Topf?

Wie viele Samen du pro Quelltöpfen oder Becher verwendest, hängt davon ab, wie viele Platz du für deine Pflanzen hast.

Da es sein kann, dass nicht alle Samenkörner keimen, habe ich mehrere Samen pro Sorte angesetzt. Allerdings habe ich nur einen Kern pro Pad in die entsprechende Mulde der Quelltöpfen gesetzt. So habe ich mir das Pikieren (vorsichtige Trennen zu nah gesetzter Stecklingen) später gespart. Damit ich die Sorten besser auseinanderhalten kann, habe ich sie zusätzlich in weitere Anzuchtschalen gesetzt und beschriftet. Natürlich kannst du auch 2 oder 3 Samenkörner einsetzten, je nachdem wie groß deine Chilizucht werden soll 😉

TIPP: Mach ein Foto von deiner beschrifteten Mini-Gewächshaus. Falls doch mal etwas schiefgehen sollte, weißt du welche Sorte du wo eingesetzt hast!

Keimlingemögen es feucht und warm

Wenn die Chilis nach ca. 3-15 Tagen bei rund 25° (bei Zimmer Temperatur kann es auch noch etwas länger dauern) keimen und ihre ersten beiden Keimblätter entwickeln, brauchen sie vor allem Licht, Licht und nochmals Licht! Falls du kein südseitiges Fenster hast oder eine Schlechtwetterfront naht, solltest du dein Mini-Gewächshaus unter eine Gewächslampe stellen. Mein Mini-Gewächshaus habe ich auf einem südseitiggelegenen Fensterbrett gestellt. Da das Brett Löcher hat, steigt die Wärme von der Heizung auf und wärmt die Chilis von unten – so sind die Samen  „kalten Füße“ kein Problem!

Neben dem richtigen Standort ist auch eine gleichmäßige Temperatur und Feuchtigkeit wichtig. Die Erde oder die Anzuchtpads sollte immer etwas feucht, nie aber durchnässt sein. Sonst könnten sich Schimmel ausbreiten! TIPP: die zarten Keimlinge mit einer Sprühflasche besprühen. So vermeidest du, dass sie durch einen zu starken Wasserstrahl abknickst!                                                                                                                                                                                                                                                         TIPP: Bei vielen Anbausets gibt es passende Wärmemappe, die unter dein Mini-Gewächshaus gelegt werden. So bleibt die Temperatur gleichmäßig, was ebenfalls das Keimen fördert.

Die ersten Blätter – der erste Umzug

Nach ca. weiteren 14 Tagen bilden sich die ersten „echten“ Blattpaare und die Chilis beginnen zu wachsen. Sollten deine Stecklinge dünn und stark in die Höhe schießen ohne dass sie weitere Blätter bilden, dann fehlt ihnen Licht!Bei meiner ersten Aufzucht hatte ich noch keine Lampe und nach 2 sonnigen Wochen, wurde Salzburg in eine Nebelsuppe getunkt und die Chilis haben sich sozusagen den Hals nach der Sonne verrenkt.

Als meine Chilis die ersten 2-3 echten Blattpaare und auch schon gesundes Wurzelwerk gebildet haben, waren sie bereit in einen etwas größerem Topf umzuziehen. Nach einigen Wochen kann es  in deinem Anzuchtshäuschen auch schon etwas eng werden. Wenn du wie ich die Pads verwendest hast, kannst du die kleinen Stecklinge samt dem Quelltöpfen in die neuen Töpfe umsetzten. Die Wurzeln können durch dieses Netz ungehindert durchwachsen und es ist selbstverständlich biologisch abbaubar.

Pikieren

Da ich pro Quelltöpfen nur 1 Samenkorn verwendet habe, musste ich die Pflanzen nicht pikieren. Falls du aber mehrere Samen eingesetzt hast, solltest du deine Pflanzen nun trennen, damit ihre Wurzeln und somit auch die Pflanze gut wachsen können.

 

Die richtige Erde wählen

Damit deine Chilis gut gedeihen, benötigen sie eine gute Basis. Du solltest daher nur qualitativ hochwertige Blumenerde oder Tomatenerde verwenden.

Checkliste für eine ausgewogene Chili-Erde:

  • Der  pH-Wert sollte nicht unter 5 liegen
    • pH -Wertskala 0-5/6 ist sauer, 7 neutral, 8/9-14 ist basisch; Moorbeeterde oder Torf ist zu sauer und das mögen Chilis gar nicht! ⇒ Der PH-Wert ist meist auf der Verpackung ⇒angegeben.
  • Bei abgepackter Erde darauf achten, dass diese nicht zu feucht ist, denn darin fühlen sich Schädlinge pudelwohl und sie könnte auch schimmeln.
  • TIPP: ⇒ Um Schädlingen vorzubeugen , kannst du die Erde in der Mikrowelle (s Oben…) sterilisieren.
    • ⇒ Tonkugeln, Perlit oder Seramins hiflt dir die Erde schön locker zu halten!Damit die Wurzeln auch ausreichend Nährstoffe aufnehmen können, sollte die Erde über einen ausgeglichenen Wasser- und Luftspeicher verfügen.
    • Auch habe ich in einigen Blogs gelesen, dass auch ein Teil Sand, drei Teile Erde dies bewirken kann.

Ich selbst habe dies noch nicht ausprobiert. Du? Wenn ja, erzähl mir von deinen Erfahrungen!

 

 

 

 

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